"Die Helfer leben mit uns mit“
Wenn Not am Mann ist, dann haben Südtirols Bergbauern seit über 15 Jahren einen verlässlichen Ansprechpartner: den Verein Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA). Ab sofort können sich wieder Bergbauernfamilien melden, die Hilfe brauchen. Zwei Beispiele zeugen von den vielen guten Erfahrungen mit den Helfern.
„Wir hatten in den letzten fünf Jahren schon über zehn Freiwillige auf unserem Hof. Die meisten von Ihnen waren aus der Stadt und hatten zuvor noch nie im landwirtschaftlichen Bereich gearbeitet“, erzählt ein Bergbauer aus dem Ahrntal. Dennoch sei einer besser als der andere gewesen und mit fast allen habe er heute noch Kontakt: „Sie kommen uns besuchen, schreiben uns Ansichtskarten von überall, telefonieren mit uns und leben – auch wenn sie inzwischen keine Gelegenheit mehr haben, einen Arbeitseinsatz zu leisten – auf diese Weise mit uns mit.“ Auf diese Weise lassen die freiwilligen Helfer die Bauern immer wieder spüren, dass sie durch den Arbeitseinsatz nicht nur den Bergbauernfamilien viel gegeben, sondern auch viel erhalten haben.
Anruf zur richtigen Zeit
Ohne die Unterstützung der vielen freiwilligen Helfer, die bei uns in den letzten zwei Jahren waren, hätten wir den Hof wohl nicht weiterbringen können. Oft – wenn ich geglaubt habe, dass es nicht mehr weitergeht – kam ein Anruf vom Verein Freiwillige Arbeitseinsätze, der mir mitteilte, dass wieder ein Helfer auf den Hof kommt!“, berichtet eine Bäuerin aus dem Passeiertal. Zwei Stimmen von ca. 300 Bauern, die der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze im Jahr 2011 durch die Mitarbeit von freiwilligen Helfern unterstützen konnte.
Ab sofort um Helfer ansuchen
Ab sofort können Bergbauernfamilien auch in diesem Jahr um freiwillige Helferinnen und Helfer ansuchen. Dabei genügt es, ein Gesuchsformular auszufüllen und dem Verein
Freiwillige Arbeitseinsätze zuzustellen. Wichtig ist vor allem, dass der Bedarfszeitraum und der Einsatzbereich genau angegeben werden, damit der VFA die geeigneten freiwilligen Helferinnen und Helfer zuteilen kann. Unterschieden werden folgende Arbeitsbereiche:Erntearbeit auf Feld und Wiese, Mithilfe im Haus, im Stall und im Garten, Mithilfe bei Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung.
Gesuchsformulare in den Bauernbund-Bezirksbüros oder online
Die Gesuchsformulare liegen auch in den Bezirksbüros des Südtiroler Bauernbundes auf oder können von der Internetseite www.bergbauernhilfe.it heruntergeladen werden. „Wir bitten, uns die Ansuchen möglichst bald zukommen zu lassen, damit wir zeitig planen können“, sagt Monika Thaler, die Koordinatorin des Vereins. Geholfen wird ausschließlich bedürftigen Bergbauernfamilien, wobei die Bedürftigkeit anhand genau festgelegter Kriterien bestimmt wird. Ausgegangen wird dabei von mindestens 60 Erschwernispunkten laut der Landeshöfekartei (Höhenlage, Steilheit, Zufahrt usw.). Berücksichtigt werden aber auch die finanzielle und vor allem die soziale sowie gesundheitliche Notsituation der Familie. „Nachdem wir das Gesuch erhalten
haben, nimmt eine Mitarbeiterin des Vereins persönlich Kontakt mit der Familie auf und besucht sie auf ihrem Bauernhof“, erklärt Thaler die Vorgangsweise.
Freiwillige Helfer sind ebenfalls ab sofort gesucht
Auch für den kommenden Sommer zählen die Bergbauernfamilien auf die Hilfe möglichst vieler Freiwilliger, damit sie weiterhin auf ihren Höfen leben und arbeiten können. Auch diese Freiwilligen können sich ab sofort im Büro des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze im Bauernbund-Haus in Bozen (Kontakt siehe unten) melden. Die Freiwilligen werden sowohl für die Erntearbeit auf Feld und Wiese, als auch im Stall, im Wald, im Haushalt, bei älteren Menschen und Menschen mit Behinderung gebraucht. „Freiwillige werden das ganze Jahr über vermittelt. Besonders während der Erntezeit, von Mitte Mai bis Mitte Oktober sind wir froh über jede helfende Hand“, betont Thaler. Der Reiz der Einsätze liegt vor allem darin, die Lebensweise der Bergbauern „hautnah“ zu erfahren. „Nach einem freiwilligen Einsatz kehren die meisten Helfer mit dem Bewusstsein nach Hause, dass ihnen die Arbeit abseits vom Alltag, in freier Natur mehr gegeben hat, als sie Mühen gekostet hat“, weiß Thaler.
Gruppeneinsätze sind besonders wertvoll
Eine große Hilfe sind Gruppeneinsätze – also drei bis acht Personen, die kurzfristig für ein oder zwei Tage auf einem Bergbauernhof einspringen. Unter den betreuten Bauernhöfen des Vereins gibt es nämlich auch solche, die keinen Freiwilligen beherbergen oder ihm ein warmes Essen bieten können. „Zum Glück können wir in diesen Fällen immer wieder auch Ortsgruppen der Bauernjugend, Mitglieder von anderen
Vereinen oder einfach nur auf Freundschaftskreise, die zusammen helfen wollen, zurückgreifen. Wir hoffen auch heuer wieder auf zahlreiche Anmeldungen von Seiten der Bauernjugend und anderen Gruppen und danken bei dieser Gelegenheit allen für die bisherige Unterstützung“, appelliert Thaler. Getragen wird der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze von den vier Gründerorganisationen: dem Südtiroler Bauernbund, der Diözesancaritas, dem Landesverband Lebenshilfe und dem Südtiroler Jugendring.
Kontakt:
Verein FreiwilligeArbeitseinsätze
K.-M.-Gamper-Str. 5,39100 Bozen
Tel. 0471 999309
Fax: 0471 999491
info@bergbauernhilfe.it
http://www.bergbauernhilfe.it/